Ich wünsche mir eine Welt in der Menschen auf ihr Herz hören

gefunden auf Pexels, von Pixabay

Hallo, ihr lieben Menschen, ich bin wieder da!

Letzten Herbst hatte ich keine Inspiration und auch keine Freude, um zu schreiben, geschweige denn etwas Neues zu planen. Oft habe ich einfach nur mehr Ideen als Zeit diese umzusetzen, aber letzten Herbst waren auch die Ideen weg. Es war gar nicht so leicht diesen Zustand auszuhalten, denn in solchen Phasen stelle ich dann gleich meinen Blog und alles hier in Frage. Ob es überhaupt Sinn macht, wenn ich nur drei Mal im Jahr etwas poste. Ob ich es lieber lassen soll, wenn ich immer noch nicht genau weiß, wo es mit diesem Blog-Baby hingeht. Aber jetzt bin ich erstmal wieder da. Mit einem Text zum Herz. Und wie heißt es so schön, Wege entstehen in dem man sie geht… . Danke, dass ihr da seid!

In meinem beruflichen Alltag bin ich viel mit Regulatorien & Gesetzen konfrontiert. Im Moment kommen seitens der EU viele Vorgaben auf Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit zu, die es künftig einzuhalten gilt, auf die hingearbeitet werden muss oder welche Zahlen von nun an berichtet werden müssen. Ich finde es gut und wichtig, dass diese Themen in der EU angekommen sind und dass sie damit eine entsprechende Richtung vorgibt. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es zu viel, zu wenig (die Einstufung von Atomenergie als „grüne“ Energie? Hallo?!), zu spät ist, aber grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass die Erhaltung unseres Planeten von der EU zum Thema gemacht wird. Dazu gehören Themen wie der Green Deal, die Kreislaufwirtschaft, die EU Taxonomie, das Pariser Klimaabkommen etc..

Was mich jedoch nachdenklich stimmt, ist, dass wir Menschen anscheinend diese Gesetze und Vorgaben brauchen. Ohne sie sind wir nicht in der Lage unser Leben so zu gestalten, dass es nicht auf Kosten unserer Umwelt und Mitmenschen geht. Unser Wirtschaftssystem hat sich mit seiner Ausrichtung auf immerwährendes Wachstum so verselbstständigt, dass es andere massive Vorgaben braucht, um es in eine neue Richtung zu lenken. Und dann kommen teilweise sehr absurde Dinge dabei heraus, wie zum Beispiel, dass sich Unternehmen CO2-Neutralität ganz unabhängig von der Ausrichtung des eigenen Geschäftsmodells quasi erkaufen können, wenn man genug Geld in Umweltschutzprojekte investiert.

In einem Interview mit Maja Göpel habe ich neulich gelesen, dass wir seit einiger Zeit auf drei große Krisen zusteuern: die Klimakrise, eine Demokratiekrise und eine Ungleichheitskrise. Diese drei Krisen sind jedoch in unserem Leitindikator, dem BIP, nicht im Geringsten ersichtlich. Also stimmt etwas an unserem Leitindikator, unserem Kompass nicht, wenn dieser unser vorgaukelt, das alles bestens läuft, wir in Wahrheit aber eigentlich direkt auf den Abgrund zulaufen.

Wir brauchen einen neuen Kompass

Es braucht also einen neuen Leitindikator. Das könnte nun eine wirtschaftliche oder gesellschaftliche Messgröße sein, es könnte aber auch etwas ganz anderes sein. Etwas, das uns viel näher ist: unser Herz.

Das klingt jetzt sehr kitschig und vielleicht ein wenig esoterisch-abgehoben, aber wir haben wirklich verlernt auf unser Herz zu hören. Wir treffen Entscheidungen nach rein rationalen Kriterien, verurteilen andere Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen oder werfen Zigarettenstummel aus dem Auto. Würden wir vor jeder dieser Handlungen unser Herz befragen oder einfach fortwährend in Verbindung mit unserem Herzen sein, bin ich mir sicher, wäre das Ergebnis ein anderes.

Doch wie viel Platz gibt es in der Arbeitswelt überhaupt, um den Empfindungen unseres Herzens Raum zu geben?

„What delights your heart, feeds your soul“

Berufliche Anforderungen müssen erfüllt, KPIs erreicht werden… Solange sich die Wirtschaft an anderen Messgrößen ausrichtet, können wir zwar unseren Input aus einer Haltung des Mitgefühls und der Verbundenheit geben, doch Zahlen und Profit gewinnen bei solchen Entscheidungen in der Regel in dem Großteil aller Unternehmen.

Was uns bleibt, ist Schlupflöcher zu finden und überall dort, wo es möglich ist, unser Herz sprechen zu lassen. Und darauf zu hoffen, dass es ansteckend ist und sich verbreitet. Sei es, dass wir auch unter unserer Maske den Menschen zulächeln, oder wenn wir ein sachliches E-Mail schreiben auch dies aus einer Haltung der Verbundenheit tun sowie anderen Menschen mit einer wohlwollenden Haltung begegnen. Und nicht zuletzt uns selbst im Alltag immer wieder auf Momente besinnen, die unser Herz erfreuen. Denn: „What delights your heart, feeds your soul“.

Das ist einer meiner liebsten Sprüche, die Quelle ist mir nicht bekannt. Gerade in dieser herausfordernden Zeit brauchen wir alle den Fokus auf Momente, die unser Herz erfreuen. Jetzt, mehr denn je, sind es die kleinen Momente. Eine Orchidee, die am ersten Arbeitstag im neuen Jahr zu blühen beginnt, ein freundliches Wort einer Arbeitskollegin oder ein schöner Sternenhimmel.

Und genau wie wir es selbst verdienen, dass wir mit schönen Momenten unser Herz aufatmen lassen, genau so verdienen es unsere Mitmenschen, dass wir ihnen aus einer liebevollen Haltung heraus begegnen. Wir wissen nie was unser Gegenüber gerade durchmacht und mit welchen Dämonen er oder sie kämpft. In den seltensten Fällen hat es etwas mit uns zu tun. Die aktuelle Zeit fordert uns alle auf unterschiedlichen Ebene und in verschiedenen Bereichen. Deshalb rufe ich mir immer wieder auch diesen Satz in Erinnerung: „If you can be anything, be kind.“

Und du, wie geht es dir damit? Wie viel Platz gibst du deinem Herz in deinem Leben? Wann hast du das letzte Mal dein Herz vor einer Entscheidung um Rat gefragt? Sein Schlagen in deiner Brust gespürt? Lässt du es sich ausdehnen in deiner Brust und leuchten? Was berührt dein Herz?

Hier findet ihr zum Abschluss noch ein wunderschönes Lied!

Tagged as:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.